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Oberer See

Musso

Ideal für
Geschichte des Sees, kurze Halte entlang der Regina
Zeitbedarf
Eine Stunde
Beste Jahreszeit
Das ganze Jahr; den Sasso sieht man bei tiefer Sonne am besten
Sehenswert
Der Sasso vom Wasser aus gesehen, nicht von der Straße
Anreise
Bus C110 entlang der Regina; Schiff
Der obere See und das Valle Albano vom Sasso di Musso aus.Kaitu · CC BY 4.0
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Der obere See und das Valle Albano vom Sasso di Musso aus.

Kaitu · CC BY 4.0

Der Ort

Der Sasso di Musso, die helle, kantige Landspitze, an der man am Westufer vorbeikommt, ist ein seit Jahrhunderten genutzter Marmorbruch: Mit seinem Stein ist der Dom von Como verkleidet.

Die Staatsstraße führt in einem Tunnel hindurch. Auf demselben Felsen stand die Burg von Gian Giacomo Medici, dem Medeghino, der von hier zwischen 1523 und 1532 mit einer eigenen Flotte den Verkehr auf dem See kontrollierte; bei der Kapitulation wurde die Festung dem Erdboden gleichgemacht.

Der Sasso di Musso, die helle, kantige Landspitze, an der man am Westufer vorbeikommt, ist ein seit Jahrhunderten genutzter Marmorbruch: Mit seinem Stein ist der Dom von Como verkleidet.

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Die Staatsstraße führt in einem Tunnel hindurch. Auf demselben Felsen stand die Burg von Gian Giacomo Medici, dem Medeghino, der von hier zwischen 1523 und 1532 mit einer eigenen Flotte den Verkehr auf dem See kontrollierte; bei der Kapitulation wurde die Festung dem Erdboden gleichgemacht.

Der Sasso und der Marmor

Der Sasso di Musso ist die helle, kantige Landspitze, die den Ort von Dongo trennt. Er ist ein jahrhundertelang genutzter Bruch für weißen Marmor; der Abbau hat dem Fels die regelmäßige Form gegeben, die man von der Straße aus sieht. Ab 1452 wurde der Marmor von Musso zum wichtigsten Baumaterial des Doms von Como, und die zwischen 1457 und 1486 errichtete Fassade besteht aus diesem Stein. Im Ort sind die Säulen der Kirche San Biagio aus demselben Marmor.

Die Staatsstraße führt in einem Tunnel durch den Sasso. Vom Schiff zwischen Menaggio und Gravedona sieht man den ganzen Steinbruch auf einmal. Vor Ort gibt es keine Einrichtungen für Besucher; die Geschichte der Steinbrüche erzählt das Museo Civico Storico des Ortes.

Die Burg des Medeghino

Auf dem Sasso stand eine Burg, die die Familie Malacrida im 14. Jahrhundert für die Visconti erbaut hatte. 1523 brachte Gian Giacomo Medici, genannt der Medeghino, der Bruder des späteren Papstes Pius IV., die Burg in seine Hand und setzte sich dort im Namen des Herzogs von Mailand, Francesco II. Sforza, als Burgvogt ein. Der Medeghino baute die Burg zur Festung aus und rüstete eine eigene Flotte, mit der er den Verkehr auf dem oberen See kontrollierte. Einige Jahre lang trat er als unabhängiger Herr zwischen Mailand und den Bündnern auf, gegen die er die beiden Müsserkriege führte. 1532, nach dem zweiten Krieg, der auch gegen den Herzog und die Eidgenossen ging, einigte er sich mit dem Herzog: Er trat Musso gegen die Markgrafschaft Marignano ab, und die Festung wurde geschleift.

Von der Festung sind nur wenige Mauern erhalten. Auf ihrem Gelände stehen die Kirche Sant'Eufemia, die zur Festung gehörte und um 1622 neu gebaut wurde, und der Giardino del Merlo, der botanische Garten, den der Ingenieur Giovanni Manzi zwischen 1858 und 1883 anlegte.

Die Geschichte des Ortes

Musso erscheint 1335 in den Statuten von Como als die Gemeinde, die einen Abschnitt der Via Regina in der Pieve von Dongo zu unterhalten hatte. 1472 trennte sich Pianello del Lario von Musso. Die Malacrida hielten das Lehen den größten Teil des 15. und 16. Jahrhunderts und traten es 1617 an die Familie Bossi ab. Neben den Steinbrüchen gab es in Musso die Seidenraupenzucht, und viele Menschen vom oberen See wanderten nach Amerika und in andere Länder Europas aus.

Das Museo Civico Storico, 2017 eröffnet, erzählt diese Geschichten ebenso wie die der Steinbrüche und der Burg. Am 27. April 1945 wurde die deutsche Kolonne, in der Mussolini mitfuhr, kurz hinter dem Ort Musso an einer Straßensperre der Partisanen angehalten. Die Lastwagen wurden dann in Dongo durchsucht, wo Mussolini erkannt und verhaftet wurde.

Die Kirche San Biagio

San Biagio im Ortskern entstand im 12. Jahrhundert als Kirche der Heiligen Nazarius und Celsus und wurde 1387 unter ihrem heutigen Namen Pfarrkirche. Der Bau im lombardisch-romanischen Stil trägt die Jahreszahl 1507 auf dem Sturz des Hauptportals. Säulen aus weißem Marmor von Musso teilen die drei Schiffe, und in den Lünetten über den Portalen sind Szenen aus dem Leben des Heiligen gemalt. Die Fensterrose wurde 1812 zugemauert, als an der Innenseite der Fassade eine Serassi-Orgel aufgestellt wurde. Der Glockenturm an der Straße stammt von 1730.

Die ältesten Werke im Inneren sind ein heiliger Antonius Abt und ein heiliger Defendens des einheimischen Malers Battista Malacrida, der erste von 1502. San Biagio ist der Schutzpatron des Ortes; sein Fest ist am 3. Februar. Oberhalb von Musso stehen zwei Kirchlein, die man nur auf Wanderwegen erreicht: Sant'Eufemia auf dem Sasso und, höher gelegen, San Bernardo an der Via dei Monti Lariani.

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Kann man zur Festung des Medeghino hinaufsteigen?

Von der Festung ist wenig geblieben, sie wurde 1532 geschleift. Zu Füßen der Ruinen liegt der Giardino del Merlo, der botanische Garten, den Giovanni Manzi im 19. Jahrhundert anlegte, mit seinem Weg, der zwischen den Felsen zur Kirche Sant'Eufemia hinaufführt. Den Sasso mit Sant'Eufemia obenauf sieht man gut vom Ufer und vom Schiff aus.

Gibt es in Musso ein Museum?

Ja, das Museo Civico Storico in der Via Regina 18, mitten im Ort wenige Schritte vom See: die Marmorbrüche, die Burg des Medeghino, die Seidenraupenzucht und die Seidenindustrie, die Auswanderung vom oberen Lario nach Amerika und Europa. Es gehört der Gemeinde und wird von Ehrenamtlichen des Vereins Musso passato e futuro betreut.

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Quellen und Nachweise

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