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Erstes Becken

Blevio

Das erste Dorf am Ostufer hinter Como: sieben Weiler am Hang, verbunden durch die Strada Regia, und die Villen, in denen Giuditta Pasta und Maria Taglioni lebten.

Ideal für
Villen vom See aus, die Strada Regia, ein Dorf wenige Minuten von Como
Zeitbedarf
Ein paar Stunden am Wasser; ein halber Tag mit der Strada Regia
Beste Jahreszeit
Das ganze Jahr; am Ostufer bleibt die Sonne bis zum Abend
Sehenswert
Die Villen am Ufer vom Schiff aus
Anreise
Bus C130 ab Como in wenigen Minuten; Schiff der Linie Como–Colico
Der Ortskern von Blevio am See vom Wasser aus: eine Kirche mit Glockenturm über den steinernen Bootshäusern, zwischen Villen und Häusern am bewaldeten Hang.Ysogo · CC BY-SA 4.0
  • Daniel Case · CC BY-SA 3.0
  • Catpic · Public domain

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Der Ortskern von Blevio am See vom Wasser aus: eine Kirche mit Glockenturm über den steinernen Bootshäusern, zwischen Villen und Häusern am bewaldeten Hang.

Ysogo · CC BY-SA 4.0

Der Ort

Blevio reicht vom Ufer auf zweihundert Metern bis auf 1140 Meter an den Hängen des Monte Boletto und besteht aus sieben alten Weilern, die das Dorf „die sieben Städte“ nennt: Capovico, Cazzanore, Girola, Meggianico, Mezzovico, Sopravilla und Sorto. Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1084; im 18. und 19. Jahrhundert wurde es wegen seiner Lage zum Ort der Sommerfrische, und in seinen Villen lebten Giuditta Pasta, Alessandro Manzoni, Adelaide Ristori und die Tänzerin Maria Taglioni. Hier hatte Giuditta Pasta, für die Bellini die Titelrolle der Sonnambula schrieb, ihre Villa mit Park am See, und hier ist sie begraben. Die Weiler am Hang verbindet die Strada Regia, der Saumpfad, der vor der Straße Lariana die einzige Verbindung zwischen Como und Bellagio war.

Blevio reicht vom Ufer auf zweihundert Metern bis auf 1140 Meter an den Hängen des Monte Boletto und besteht aus sieben alten Weilern, die das Dorf „die sieben Städte“ nennt: Capovico, Cazzanore, Girola, Meggianico, Mezzovico, Sopravilla und Sorto. Die erste schriftliche Erwähnung stammt von 1084; im 18. und 19. Jahrhundert wurde es wegen seiner Lage zum Ort der Sommerfrische, und in seinen Villen lebten Giuditta Pasta, Alessandro Manzoni, Adelaide Ristori und die Tänzerin Maria Taglioni. Hier hatte Giuditta Pasta, für die Bellini die Titelrolle der Sonnambula schrieb, ihre Villa mit Park am See, und hier ist sie begraben. Die Weiler am Hang verbindet die Strada Regia, der Saumpfad, der vor der Straße Lariana die einzige Verbindung zwischen Como und Bellagio war.

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Die Villen der Musik

Giuditta Pasta, die in Como aufgewachsen war, kaufte die Villa Roda und ließ sie zwischen 1827 und 1829 von ihrem Onkel, dem Architekten Filippo Ferranti, umbauen. Die Anlage umfasste drei Häuser, die Herrschaftsvilla und zwei für Gäste, verbunden durch die Alleen des Parks. Die Villa hatte einen Portikus mit Loggia, den man damals mit der Scala verglich; im Park lag eine künstliche Grotte, das Grottino delle muse, mit Büsten anderer Sängerinnen, darunter ihre Rivalin Maria Malibran. Bellini war häufig in der Villa zu Gast. Donizetti arbeitete hier 1830 an Anna Bolena. 1904 wurde die Herrschaftsvilla abgerissen und an ihrer Stelle die Villa Roccabruna der Familie Wild gebaut; eines der beiden Gästehäuser steht noch, und vom See aus erkennt man den Ort mit einem Teil des Parks. Die Sängerin starb 1865 in Blevio und ist auf dem kleinen Friedhof des Dorfes begraben.

Am Ufer stehen weitere Villen. In der Villa Belvedere, einst Malpensata genannt, verbrachte Alessandro Manzoni zwischen 1807 und 1818 Zeiten seiner Jugend, und hier begegnete er 1807 zum ersten Mal Enrichetta Blondel. Die Villa Taglioni trägt den Namen der Tänzerin Maria Taglioni, die sie wählte, als sie sich an den See zurückzog; sie heißt auch Ca' dell'Imperatore, weil Kaiser Joseph II. hier 1769 vor einem Unwetter Schutz suchte. Der russische Fürst Troubetzkoy, Schwiegersohn der Taglioni, ließ seine Villa Mitte des 19. Jahrhunderts bauen, nachdem er einen Felsvorsprung hatte sprengen lassen. Gegenüber dem Anleger steht die Villa Ricordi, seit Mitte des 19. Jahrhunderts im Besitz des Musikverlags. Alle sind privat und vom See aus zu sehen.

Geschichte

1084 vermachte Bischof Rainaldo von Como der Kathedrale testamentarisch seine Güter in Blevio, damit dort jedes Jahr an seinem Todestag eine Messe gelesen werde. Als Gemeinde erscheint Blevio 1279 im Verzeichnis der Güter der Domherren von Como.

Blevio gehörte zur Pieve von Nesso, die Ludovico il Moro 1497 Lucrezia Crivelli zu Lehen gab. 1647 ging der Ort mit einem Teil des Lehens an die Familie des Senators Francesco Maria Casnedi, und 1790 erhielt ihn Graf Antonio Tanzi zu Lehen. 1807 vereinigte ein Dekret Napoleons Blevio mit Torno; nach der Rückkehr der Österreicher wurde der Ort wieder eine eigene Gemeinde.

Die Villa Cademartori in Girola

Die Villa Cademartori steht am Ufer, in der Mulde von Girola, deren Name vom Dialektwort „gerun“ für Geröllhalde kommt. 1842 kaufte der aus Deutschland stammende Bankier Giorgio Mylius das Sommerhaus der Musikverleger Artaria und ließ es vom Architekten Giuseppe Balzaretti umbauen. Nach dem Tod von Mylius überließ die Witwe die Villa ihrem Schwiegersohn Corrado Cramer. Zwischen 1864 und 1866 ließ Cramer sie vom deutschen Architekten Gottfried Semper, dem Erbauer der Dresdner Oper, im Stil der Neorenaissance umgestalten. Später ging die Villa an die Familie Cademartori; sie ist in Privatbesitz. Vom See aus erkennt man die drei Geschosse, das Türmchen rechts und die Terrasse mit Statuen über einem dorischen Portikus.

Das 20. Jahrhundert

Im Sommer 1935 arbeitete der Bildhauer Arturo Martini in Blevio. In wenigen Wochen formte er eine Gruppe von Gipsskulpturen mit antiken und biblischen Themen, darunter den Raub der Sabinerinnen und das Urteil Salomos.

In Blevio wurde 1901 Enrico Caronti geboren, Färber in einem Betrieb in Como. In der Resistenza war er unter dem Kampfnamen „Romolo“ politischer Kommissar der 52. Brigade Garibaldi und übernahm auch ihr Kommando. Im Dezember 1944 nahmen ihn die Schwarzen Brigaden gefangen und folterten ihn; am 23. Dezember erschossen sie ihn vor dem Friedhof von Menaggio. 1946 widmete ihm das Dorf ein Denkmal auf der Piazza Lucini, ein Werk des Bildhauers Raimondo Galdini aus Blevio. Sein Grab liegt auf dem Friedhof des Ortes.

Die sieben Städte und die Strada Regia

Durch die Weiler Capovico, Sopravilla, Sorto, Mezzovico, Meggianico und Cazzanore führt die Strada Regia, eine Trasse römischen Ursprungs. Bevor zwischen 1911 und 1917 die Straße Lariana gebaut wurde, war sie der einzige Weg zwischen Como und Bellagio; zwischen 2002 und 2006 stellte die Società Archeologica Comense sie mit der Comunità Montana del Triangolo Lariano für Wanderer wieder her. Zwischen Sorto und Mezzovico führt sie an der Kirche der Immacolata vorbei, die im 17. Jahrhundert gebaut und in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts umgestaltet wurde; im Wald über Mezzovico liegt auf etwa 750 Metern die Pietra Nairola, ein großer Findling aus Granit, den die Gletscher aus dem Val Masino brachten, mit prähistorischen Ritzungen und zwei Legenden.

Am Ufer stehen die Kirche Santi Gordiano ed Epimaco, zwischen dem 16. Jahrhundert und der Mitte des 18. Jahrhunderts erbaut, mit einer Prestinari-Orgel von 1821, und der öffentliche Park Da Riva, ein Rasenstreifen am See mit Blick auf den westlichen Teil von Como, auf Cernobbio und Moltrasio. Die heutige Pfarrkirche ist San Francesco von 1967, in die eine Kreuzabnahme aus der Schule des Morazzone gebracht wurde. Seit 2015 beherbergt der Weiler Girola den Parco Mosaici, den die Gemeinde als Kunstwege entlang der Pfade und in den öffentlichen Parks angelegt hat.

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Wie komme ich nach Blevio?

Von Como mit dem Bus C130 von ASF Autolinee, der Linie nach Nesso und Bellagio: fünf Minuten vom Lungolario Trieste bis Blevio Piazza Roma. Die Linienschiffe Como–Colico von Navigazione Laghi legen am Steg des Dorfes an. Mit dem Auto kommt man über die Provinzstraße Lariana, die von Como am Ostufer entlang nach Torno und Bellagio führt.

Wo stand die Villa von Giuditta Pasta?

In Blevio, am Ufer: Es war die Villa Roda, die die Sängerin zwischen 1827 und 1829 umbauen ließ. 1904 wurde die Herrschaftsvilla abgerissen und an ihrer Stelle die Villa Roccabruna nach Plänen des Architekten Carlo Formenti gebaut; eines der beiden Gästehäuser ist erhalten, und wer mit dem Schiff kommt, erkennt noch den Ort und einen Teil des alten Parks. Giuditta Pasta starb 1865 in Blevio, ihr Grab liegt auf dem kleinen Friedhof des Dorfes.

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Quellen und Nachweise

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