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Erstes Becken

Moltrasio

Das Dorf des Moltrasio-Steins gleich hinter Cernobbio: Häuser in Stufen über dem Mühlbach, die Scala Santa hinunter zum See und die Villen, in denen Bellini lebte.

Ideal für
Treppen und Saumpfade aus Stein, romanische Kirchen, Villen vom See aus
Zeitbedarf
Ein halber Tag zu Fuß, zwischen Anleger und Sant'Agata
Beste Jahreszeit
Das ganze Jahr; am Morgen, wenn die Sonne auf diesem Ufer liegt
Sehenswert
Die Scala Santa, vom See hinauf nach Sant'Agata
Anreise
Bus C110 ab Como in etwa einer Viertelstunde; Schiff der Linie Como–Colico
Moltrasio von oben im Morgenlicht: die Häuser am Hang, die Kirche San Martino mit ihrem Glockenturm und zum See hin die Villa Passalacqua.Biliana Rousseva · CC BY-SA 4.0
  • Biliana Rousseva · CC BY-SA 4.0
  • Ottantafame · CC BY-SA 4.0

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Moltrasio von oben im Morgenlicht: die Häuser am Hang, die Kirche San Martino mit ihrem Glockenturm und zum See hin die Villa Passalacqua.

Biliana Rousseva · CC BY-SA 4.0

Der Ort

Moltrasio ist aus dem Stein seines eigenen Berges gebaut, aus einem kieselreichen Kalkstein, dem „Moltrasio-Stein“, der vom Monte Bisbino bis ans Ufer reicht und den die Maestri Comacini, die Baumeister dieser Täler, auf Baustellen in der ganzen Provinz brachten. Es gab siebzehn Steinbrüche, und die Blöcke kamen auf Holzschlitten, den „carei“, über eigens gebaute Steinwege zum See hinunter; daneben floss das Wasser des Pizzallo, an dem 1722 elf Mühlen liefen, in dem Tal, das deshalb Valle dei Molini hieß. Hier führte die Via Regia vorbei, von der die Brücke Pasètt geblieben ist; an der alten Straße steht noch Sant'Agata, die romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die in den Pestjahren des 17. Jahrhunderts als Lazarett diente. Seit dem 18. Jahrhundert ist Moltrasio ein Ort der Sommerfrische, in zurückgezogenen Villen am Wasser: die Villa Passalacqua mit ihren Gärten, die Villa Le Rose, in der Winston Churchill wohnte, die Villa Salterio Erker, Wohnsitz von Vincenzo Bellini.

Moltrasio ist aus dem Stein seines eigenen Berges gebaut, aus einem kieselreichen Kalkstein, dem „Moltrasio-Stein“, der vom Monte Bisbino bis ans Ufer reicht und den die Maestri Comacini, die Baumeister dieser Täler, auf Baustellen in der ganzen Provinz brachten. Es gab siebzehn Steinbrüche, und die Blöcke kamen auf Holzschlitten, den „carei“, über eigens gebaute Steinwege zum See hinunter; daneben floss das Wasser des Pizzallo, an dem 1722 elf Mühlen liefen, in dem Tal, das deshalb Valle dei Molini hieß. Hier führte die Via Regia vorbei, von der die Brücke Pasètt geblieben ist; an der alten Straße steht noch Sant'Agata, die romanische Kirche aus dem 11. Jahrhundert, die in den Pestjahren des 17. Jahrhunderts als Lazarett diente. Seit dem 18. Jahrhundert ist Moltrasio ein Ort der Sommerfrische, in zurückgezogenen Villen am Wasser: die Villa Passalacqua mit ihren Gärten, die Villa Le Rose, in der Winston Churchill wohnte, die Villa Salterio Erker, Wohnsitz von Vincenzo Bellini.

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Stein und Wasser

Die Scala Santa ist die gerade Treppe, ganz aus Stein, die die Via Besana mit der Via Regina am See verbindet. Sie hat zwei Oberflächen: hochkant gesetzte, glatt aneinandergereihte Steine, über die die Schlitten Steine, Holz und Waren zur Anlegestelle hinunterbrachten, und ein Streifen von einem Drittel der Breite mit niedrigen Stufen, damit Fußgänger beim Aufstieg nicht überrollt wurden. Über dieselbe Treppe steigt man nach Sant'Agata hinauf, wenn man links Richtung „Pos Palaz“ abbiegt.

Neben dem Stein ist das Wasser die zweite Ressource des Dorfes. Der Pizzallo fließt durch das Valle dei Molini unter der Brücke Pasètt hindurch, wahrscheinlich die älteste des Tals, auf der Trasse der alten Via Regina zwischen Sant'Agata und Santa Marta in Carate Urio. Gleich oberhalb der Piazza Umberto I steht das Waschhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert, das bis in die Achtzigerjahre benutzt wurde, und im Dorf gibt es dreißig Trinkbrunnen, die ersten vom Ende des 19. Jahrhunderts, als die Wasserleitung kam.

Villen und Kirchen

Die Villen von Moltrasio stehen direkt am Wasser und sind Privatbesitz. Die Villa Passalacqua geht auf einen Kern der Odescalchi zurück; die Lucini Passalacqua ließen sie von Felice Soave neu gestalten, mit Treppen, Wasserspielen und Terrassengärten über unterirdischen Galerien. In der Villa Le Rose wohnte Winston Churchill, die Villa Salterio Erker war der Wohnsitz von Vincenzo Bellini.

Die Kirchen stammen aus verschiedenen Epochen. Die Pfarrkirche Santi Martino e Agata im Borgo ist 1207 belegt. Seit 1721 bewahrt sie die Sacra Spina, einen Dorn aus der Dornenkrone Christi, und an einem Seitenaltar ein Polyptychon von Alvise de Donati von 1507 mit der Geburt Christi in der Mitte; ihre Fassade aus heimischem Stein stammt von 1935, als Kirche und Platz vergrößert wurden. Die romanische Kirche Sant'Agata diente während der Pest des 17. Jahrhunderts als Lazarett: Bei der Restaurierung 2006 kamen Fresken des 16. Jahrhunderts zum Vorschein, die jahrhundertelang unter dem Kalk lagen, der gegen die Ansteckung aufgetragen wurde. Auf dem Platz vor dem Anleger hat das Oratorium San Rocco ein barockes Portal und über dem Altar ein stark beschädigtes Fresko von Giovanni Paolo Recchi mit der Madonna zwischen den Heiligen Rochus und Sebastian.

Geschichte

Die ältesten Spuren von Moltrasio sind ein Kupferbeil aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. und einige römische Münzen. Eine Notariatsurkunde von 1058 zeigt, dass der Ort schon eine Gemeinde mit eigenen Konsuln war. 1292 verliehen ihm die Statuten von Como den Titel eines Borgo, und die Statuten von 1335 verpflichteten es, die Via Regina bis zur Brücke des Dorfes instand zu halten. Moltrasio gehörte zur Pieve von Zezio, und 1405 erhielt es das Bürgerrecht von Como.

1522 plünderten die Männer von Torno, dem rivalisierenden Dorf am anderen Ufer, Moltrasio. 1652 zählte es zu den „Cinque terre unite alla città di Como“, den fünf mit der Stadt Como verbundenen Orten, und hatte 61 Haushalte. Mitte des 18. Jahrhunderts unterstand es keinem Lehnsherrn, weil es sich freigekauft hatte, und zählte 491 Einwohner. 1807 schlug ein napoleonisches Dekret die Gemeinde Urio zu Moltrasio; mit der Restauration wurde Urio wieder selbstständig.

Zu Fuß vom Dorf aus

Ein leichter Weg verbindet Moltrasio über alte Saumpfade und Treppen mit Carate Urio und Laglio. Vom Anleger steigt man über die Scala Santa und am Pizzallo entlang nach Tosnacco hinauf, dem höchsten Weiler auf 312 Metern, und geht dann fast eben weiter Richtung Urio und Carate. Bis Laglio braucht man etwa anderthalb Stunden, mit 120 Metern Aufstieg.

Zwei Wege steigen von Moltrasio zur Colma del Bugone auf 1.119 Metern, über die die Via dei Monti Lariani führt, der Fernwanderweg ab Cernobbio. Einer davon ist die Culman, ein sehr steiler Pfad, der ein Schmugglerweg war: Die „spalloni“ trugen auf ihm Waren auf dem Rücken aus der Schweiz bis zum See. An der Colma wächst eine jahrhundertealte Buche mit einem Stammumfang von über sechseinhalb Metern, wenige Gehminuten vom Gebiet des Monte Bisbino entfernt, der 1.325 Meter hoch ist.

Bräuche und Feste

In den Crotti, aus dem Stein des Dorfes gebauten Kellern, lagerte man den Wein. Man sammelte auch Lorbeerbeeren: Im Kataster von 1721–1722 gab Moltrasio fünfundzwanzig Staia davon im Jahr an, fast fünfhundert Liter. Durch Auskochen der Beeren gewann man ein Heilöl.

Das Patronatsfest von San Martino fällt auf den 11. November, und im Dezember findet die weihnachtliche Fiaccolata „dai monti al lago“ statt, ein Fackelzug von den Bergen zum See. Jeden Sommer Ende Juli veranstaltet der Ruderverein Canottieri Moltrasio das Durchschwimmen des Sees: rund tausend Meter, von Torno bis ans Ufer von Moltrasio.

Sehenswert

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Bevor Sie fahren

Wie komme ich nach Moltrasio?

Von Como mit dem Bus C110 von ASF Autolinee, der Linie am Westufer Richtung Argegno und Menaggio: etwa eine Viertelstunde ab dem Busbahnhof, mit den Haltestellen Casa Rossa, Villa Memy–Scalette und Farmacia im Ort. Die C129 Como–Tosnacco fährt dagegen über die Via Besana, vorbei an Vignola und dem Kirchplatz, hinauf nach Tosnacco. Die Linienschiffe Como–Colico von Navigazione Laghi legen am Steg vor der Piazza San Rocco an, etwa fünfundzwanzig Minuten von Como. Mit dem Auto kommt man über die Staatsstraße Regina, die durch den Ort führt.

Was sieht man in Moltrasio an einem halben Tag?

Die Wege der Pro Moltrasio folgen vier Themen, Stein, Wasser, Geschichte und Aussichtspunkte, und alle Stationen erreicht man zu Fuß: das Oratorium San Rocco auf dem Platz vor dem Anleger, die Scala Santa, die romanische Kirche Sant'Agata, die Brücke Pasètt im Valle dei Molini, die Piazza San Martino mit der Pfarrkirche, das Waschhaus oberhalb der Piazza Umberto I und den Steinbruch Niasc, einen der siebzehn Steinbrüche des Dorfes. Die Kirchen liegen wenige hundert Meter auseinander; die Villa Passalacqua neben Sant'Agata ist privat.

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Quellen und Nachweise

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