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Zeitleiste des Sees

Zweitausend Jahre See in der Reihenfolge der Daten: von der Römerstraße am Westufer bis zum ersten Dampfschiff, vom Fall der Isola Comacina bis zum Wehr von Olginate. Jedes Datum führt zu der Geschichte, die davon erzählt, und zu dem Ort, an dem es geschah.

Daten
82
Geschichten
27
Epochen
6
Der Hafen von Como mit der Mole und vertäuten Booten, rechts die Domkuppel, hinter der Stadt der Hügel von Brunate.
Photochrom Print Collection · Public domain

13Daten

Antike

Bis zum 5. Jahrhundert · 2 Daten

  1. 2. oder 3. Jahrhundert

    Die Römer verwenden Marmor aus Musso

    Die sechzehn Säulen von San Lorenzo in Mailand, etwa siebeneinhalb Meter hoch und aus römischen Bauten jener Jahrhunderte, sind aus weißem Marmor von Musso. Die wichtigsten Steinbrüche lagen auf dem Felssporn, auf dem später die Burg des Medeghino stand.

    Ort: MussoGeschichte: Der Stein vom See

  2. 5. oder 6. Jahrhundert

    Das Baptisterium von Gravedona

    In Gravedona entsteht ein Baptisterium mit Mosaikboden und einem achteckigen Becken für die Taufe durch Untertauchen. Über seinen Resten erhebt sich später die romanische Kirche Santa Maria del Tiglio mit Bändern aus hellem und dunklem Stein; das Baptisterium kam bei den Grabungen von 1953 ans Licht.

    Ort: Santa Maria del TiglioGeschichte: Die Maestri Comacini

    Der gestreifte Glockenturm von Santa Maria del Tiglio in Gravedona, nachts beleuchtet.

Mittelalter

6. Jahrhundert bis 1449 · 2 Daten

  1. 607–617

    Agrippinus gründet ein Oratorium in Piona

    Agrippinus, Bischof von Como, errichtet auf der Halbinsel Olgiasca ein Oratorium für die Märtyrerin Justina und lässt dort sein eigenes Grab anlegen. Daran erinnert ein Steinpfeiler, der in Piona aufbewahrt wird; vermutlich lebte dort schon damals eine kleine Gemeinschaft von Einsiedlern.

    Ort: Abtei von PionaGeschichte: Der See der Mönche

    Der kleine See von Piona, die von der Halbinsel abgeschlossene Bucht, mit den Alpen dahinter.
  2. 1252–1257

    Der Kreuzgang von Piona

    Prior Bonaccorso de Canova aus Gravedona lässt auf eigene Kosten den Kreuzgang der Abtei bauen, wie zwei Inschriften festhalten. Die Kapitelle, eines anders als das andere, tragen Hakenblätter, Adler mit ausgebreiteten Flügeln und kleine Köpfe; die Namen der Baumeister sind unbekannt.

    Ort: Abtei von PionaGeschichte: Die Maestri Comacini

    Der romanische Kreuzgang der Abtei von Piona, mit den gekoppelten Säulchen und dem Rasen im Innern.

Renaissance und Fremdherrschaft

1450–1699 · 3 Daten

  1. Der Medeghino setzt sich in Musso fest

    Gian Giacomo Medici, genannt der Medeghino, setzt sich als Burgvogt in der Festung auf dem Sasso di Musso fest und baut sie zu Festung und Residenz aus. Mit einer bewaffneten Flottille überfällt er den Handel und die Uferdörfer und beherrscht den oberen See.

    Ort: Sant'Eufemia, MussoGeschichte: Der Medeghino, Herr über den See

    Das Kirchlein Sant'Eufemia auf dem Sasso di Musso an einem Spätwintertag: links die verputzte, rissige Mauer der Kirche und die Bogenvorhalle auf zwei Steinsäulen mit ihrem Dach aus Steinplatten; ein Wanderer mit Rucksack und Stöcken geht über das Pflaster; jenseits einer Trockenmauer und einer abschüssigen Wiese mit einem Baum voll trockener Blätter und zwei Picknicktischen erstreckt sich der See zu einem dunstigen Horizont, mit den Bergen des anderen Ufers, einem verschneiten Gipfel und am Ufer rechts den Häusern eines Ortes.
  2. Karl V. macht den Medeghino zum Markgrafen von Musso

    Inzwischen im Dienst des Kaisers, erhält der Medeghino die Markgrafschaft Musso über viele Gebiete rund um den See, Como ausgenommen, mit voller Gerichtsbarkeit und dem Recht, Münzen zu prägen. Das Wappen der Gemeinde Musso trägt die Krone dieser Markgrafschaft.

    Ort: MussoGeschichte: Der Medeghino, Herr über den See

  3. Die Burg von Musso wird geschleift

    Nach dem 1531 begonnenen Krieg gegen die Drei Bünde, die Schweizer Kantone und den Herzog von Mailand einigt sich der Medeghino mit dem Herzog: Er tritt Musso, Lecco und die übrigen besetzten Gebiete ab und erhält die Markgrafschaft Marignano. Die Burg auf dem Sasso wird geschleift, und die Schweizer erhalten das Versprechen, dass sie nicht wieder aufgebaut wird.

    Ort: Historisches Gemeindemuseum MussoGeschichte: Der Medeghino, Herr über den See

20. Jahrhundert

1900–1999 · 6 Daten

  1. Die erste Drehstrombahn mit Hochspannung

    Die Strecken von Lecco nach Colico und Chiavenna und von Colico nach Sondrio werden elektrifiziert, mit Oberleitungen von dreitausend Volt, gespeist vom Kraftwerk in Morbegno. Sie sind die ersten der Welt, auf denen Züge mit hochgespanntem Dreiphasenwechselstrom fahren.

    Ort: ColicoGeschichte: Als die Eisenbahn an den See kam

    Die Elektrolokomotive E.430.001 im Museum für Wissenschaft und Technik in Mailand: eine schwarze Maschine mit schrägen Vorbauten und dem Führerstand in der Mitte mit seinen Fenstern, Laternen, Pufferbohle und Drehgestellrahmen rot, oben zwei rote Stangen zur Stromabnahme; davor eine Tafel mit der Überschrift „Locomotiva elettrica“; daneben eine schwarze Dampflok, ringsum die Halle mit dem Dach aus Glas und Stahl.
  2. Das Fort von Colico wird bewaffnet

    Auf dem Hügel Montecchio, wo die Straßen vom Splügen, vom Maloja, vom Bernina, vom Stilfser Joch und vom Tonale zusammenkommen, ist das Fort bereit, mit vier Kanonen von 149 Millimetern unter drehbaren Stahlkuppeln. Die Kanonen sind an ihrem Platz geblieben.

    Ort: Forte Montecchio NordGeschichte: Die Cadorna-Linie am Lario

    Die vier Stahlkuppeln der Festung von oben, aufgereiht auf einem in Felder geteilten Betondach: Aus jeder ragt ein Kanonenrohr, darüber verläuft ein Streifen aus Erde und trockenem Gras, von einer Mauer begrenzt.
  3. Die Mönche kehren nach Piona zurück

    Nach Jahrhunderten der Kommende und privater Besitzer kommt eine Gruppe von Zisterziensermönchen aus Casamari und nimmt das Priorat in Besitz, das der Unternehmer Pietro Rocca ihrer Kongregation geschenkt hat. Seither lebt in Piona eine Gemeinschaft von Mönchen.

    Ort: Abtei von PionaGeschichte: Der See der Mönche

    Der romanische Kreuzgang der Abtei, mit den gekoppelten Säulchen.
  4. Auf den Schmugglerpfaden in die Schweiz

    Nach dem Waffenstillstand überqueren viele versprengte Soldaten den Passo San Jorio oberhalb von Gravedona, um in der Schweiz Zuflucht zu suchen. Auch Flüchtlinge nehmen die Pfade der Schmuggler: Während des Krieges nehmen das Tessin und das Misox rund sechsundzwanzigtausend Soldaten und zwölftausend Zivilisten auf, doch viele werden abgewiesen.

    Ort: Gravedona ed UnitiGeschichte: Der See der Schmuggler

  5. In Dongo halten Partisanen Mussolini auf

    Am oberen See halten Partisanen der 52. Brigade Garibaldi eine deutsche Kolonne auf dem Weg in die Schweiz an und erkennen unter den Insassen Benito Mussolini. Nach seiner Gefangennahme bringen sie ihn in den Palazzo Manzi in Dongo, der das Museum über das Kriegsende beherbergt.

    Ort: Museo della Fine della GuerraGeschichte: Die Cadorna-Linie am Lario

    Die klassizistische Fassade des Palazzo Manzi, des Rathauses von Dongo, mit dem Eingang des Museums.
  6. Das Fort von Colico feuert zum einzigen Mal im Krieg

    Die deutsche Kolonne, die in Dongo Mussolini den Partisanen übergeben hatte, wird in Colico unter der Drohung der Kanonen des Montecchio angehalten, die fünf Schüsse abgeben, keiner trifft. Am nächsten Tag unterzeichnen die Deutschen im Hotel Isolabella die Kapitulation.

    Ort: Forte Montecchio NordGeschichte: Die Cadorna-Linie am Lario